16.01.2020

Chaos-Queen oder Ordnungsfanatiker: Was der Schreibtisch über Mitarbeiter verrät

Insbesondere wer einmal in einem Großraumbüro gearbeitet hat, der kennt den einen oder anderen Schreibtisch-Problemfall oder bewundert die spartanische Leere auf dem Schreibtisch des Kollegen. Manche dekorieren ihren Schreibtisch mit persönliche Dingen, Fotos der Familie zum Beispiel, weil das ihre Kreativität beflügelt. Für den Büro-Techie hingegen, ist der Schreibtisch die persönliche Schaltzentrale und so reiht sich der klassische Bürocomputer neben das neueste Tablet, Smartphone und Gadget. Und natürlich gibt es da auch immer den Bürogärtner. Eine Pflanze auf dem Schreibtisch reicht nun einmal nicht aus und, nein, die Kollegin führt keine Selbstgespräche, sie redet mit dem Kaktus.

https://www.youtube.com/watch?v=0YNxYxJuzlo

Laut einer Studie aus Großbritannien räumen rund 57% der befragten Büromitarbeiter ein, dass sie ihre Kollegen anhand des Zustands ihres Schreibtisches beurteilen. Und immerhin 50% zeigten sich erschrocken über den Zustand des Schreibtischs eines Kollegen. Ob sich da wohl irgendwo ein Schreibtisch-Chaot breit gemacht hat?

Fünf Schreibtische, fünf Typen:

1. Leerer Schreibtisch – sitzt hier jemand?

Computerbildschirm, Maus und Tastatur – mehr nicht. Das ist der Schreibtisch des absoluten Minimalisten. Nutzt der Minimalist einen Zettel für Notizen, so räumt er Block und Stift anschließend wieder an ihren Platz: in die Schublade und nicht auf dem Schreibtisch.

Der Minimalist mag Struktur und Ordnung und braucht diese zum Arbeiten. Während seine Kollegen hier vielleicht die persönliche Note vermissen, ist für diesen Kollegen ein aufgeräumter Schreibtisch, Sinnbild ordentlicher und effizienter Arbeit.

Aber Vorsicht! Hinter dem scheinbar so aufgeräumten Kollegen, verbirgt sich manchmal der „geheime Chaot“ – mit einer schnellen Handbewegung verschwindet am Abend oder vor der Pause die Unordnung in einer der Schubladen. Klappe zu, sieht ja keiner.

2. Aufgereiht wie Zinnsoldaten – und wehe der Locher steht nicht am richtigen Platz!

Dieser Schreibtisch hat militärische Präzision und alles hat genau seinen Platz. Diesen Ordnungsfanatiker erkennt man meist daran, dass er sich morgens darüber beschwert, dass das Putzteam am letzten Abend mal wieder die Tastatur einen Zentimeter zu weit nach rechts geschoben hat. Jeden Morgen verbringt er oder sie zunächst damit, alles auf der Schreibtischoberfläche an die richtige Stelle zu rücken – fehlt nur noch das Maßband.

Wie der Minimalist (Nummer 1), braucht dieser Kollege geregelte Strukturen, um effizient zu arbeiten. Ein ordentlicher Schreibtisch ist auch für ihn oder sie ein Zeichen von Effizienz.

3. Keine Zeit zum Aufräumen – oder: der gesunde Mittelweg?

Weder leerer Schreibtisch, noch totales Chaos. Dies ist der Otto Normalverbraucher unter den Schreibtischtätern. Stifthalter, Computer und Telefon haben alle ihren festen Platz – und sind einfach zugänglich. Zu penibel ist der Kollege oder die Kollegin aber auch nicht. Notizzettel beispielsweise dürfen liegen bleiben, wenn man sie noch einmal braucht. Und ja: Bei der einen oder anderen Gelegenheit vergisst der Besitzer oder die Besitzerin auch schon einmal, die Kaffeetasse am Abend wieder in die Küche zu bringen.

Für die einen ist dieser Schreibtisch das gesunde Mittelmaß, für andere ist er einfach nur langweilig: effektiv arbeiten, ohne zu penibel zu sein, individueller Touch, aber nicht zu persönlich – hier hält sich alles die Waage.

4. Ordnung im Chaos – es ist nicht so schlimm wie es aussieht

Man könnte diesen Schreibtisch als kreatives Chaos bezeichnen. Sieht der Minimalist hier bloßes Durcheinander, weiß der Besitzer des Schreibtischs meist ganz genau, wo sich was befindet. Der Stapel mit Papier ist vielleicht hoch, der kreative Kopf weiß aber trotzdem, wo sich welche Notiz oder welche Mitschrift gerade befindet. Will man diesen Kollegen oder diese Kollegin zur Verzweiflung bringen, versucht man ganz „hilfsbereit“ das Chaos „aufzuräumen“.

Beim kreativen Chaoten hat das Chaos System und beschränkt sich meist auf einen Teil des Schreibtischs, nämlich den, wo sich gerade laufende Projekte ansammeln. Der kreative Chaot hat alle Notizen, Ideenschnipsel und Inspirationsquellen gerne immer zu Hand. Aussortiert wird nach Abschluss des Projekts.

5. Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen – der Schreibtisch-Chaot

https://www.youtube.com/watch?v=fuqp675cDcA

Da ist immer der eine Kollege oder die eine Kollegin, deren Schreibtisch aussieht, als hätte jüngst eine Bombe eingeschlagen. Da stapeln sich handschriftliche Notizen und Kopien, dazwischen auch ab und an mal eine Bananenschale von letzter Woche. Findet sich in der Teeküche mal wieder keine Tasse, lohnt sich ein Blick auf – oder auch unter – den Schreibtisch des Büro-Chaoten. Sich hier einen Stift auszuleihen, kann schnell einmal zu einer Odyssee werden, da sich bei den gefühlt 100 Kugelschreibern im Stiftständer die leeren mit den noch funktionierenden meist die Waage halten. Auch der virtuelle Schreibtisch auf dem Computerbildschirm sieht oft nicht viel besser aus. Der Chaot ist zwar oft kreativ und voller Ideen, aber nicht sehr effizient.

Alle dezenten Hinweise, den Schreibtisch vielleicht einmal aufzuräumen, wehrt der Schreibtisch-Chaot gekonnt ab, denn: „Nur das Genie beherrscht das Chaos.“