17.02.2020

Karrierekiller Betriebsfeier

Karneval stehen vor der Tür und im Rheinland und anderen Fastnacht-Gegenden heißt das: Kostüm aus dem Schrank und ab zur Betriebsfeier. Feiern im Kollegenkreis bieten immer die Chance, sich besser kennenzulernen, aber auch das Risiko, sich einmal so richtig zu blamieren. Oft Gleichen Firmenevents einem regelrechtem Schaulaufen.

Wer allerdings ein paar klare Regeln befolgt, ist auf der sicheren Seite. Und das gilt nicht nur für Mitarbeiter, sondern auch für Chefs.

1. Prost – Alkohol in Maßen, statt Massen

„Kannsu mir ma den... ne, nimma ruhig die ganze Flasche... tschuldige...“

Alkohol sorgt für manche Peinlichkeit. Umso schlimmer, wenn man am nächsten Morgen nicht nur einen Kater hat, sondern seinen Kollegen wieder stocknüchtern in einer ernsten Besprechung gegenüber sitzen muss – nach letzter Nacht, an die man sich irgendwie nur noch halb erinnert.

Gerade bei Betriebsfeiern gilt daher: Es ist grundsätzlich in Ordnung auf einer Betriebsfeier Alkohol zu trinken und die lockere Atmosphäre zu genießen. Man sollte aber sich selbst und seine Kommunikation unter Kontrolle haben. Alkohol macht redselig, dabei gilt es auch hier einige Fallstricke zu vermeiden.

2. Tabuthemen

Miesepeter sind auf Betriebsfeiern nicht gerne gesehen. Ständiges Lästern über Vorgesetzte und Kollegen, Beschwerden über die Location, das Essen, die Musik, das Veranstaltungsprogramm... ist das nicht anstrengend? Manchmal sollte man sich einfach freuen, dass es überhaupt ein Firmenevent gibt und den Ärger des Berufsalltags zu Hause lassen.

Firmenfeiern haben oft eine recht lockere Atmosphäre und ungezwungene Stimmung. Das heißt aber nicht, dass es der richtige Ort ist, auch private Probleme zu wälzen – sei es Probleme mit dem Partner oder der Familie, intime Details oder finanzielle Schwierigkeiten. Jeder kennt die Tante oder den entfernten Cousin, der die ganze Familienfeier damit verbringt, von seinen Gesundheitsproblemen zu berichten. Auf einer Betriebsfeier ist das doppelt schlimm, wenn man plötzlich Details von Kollegen erfährt, die man nicht einmal guten Freunden erzählen würde. Also: Schlechte Laune und privaten Tratsch zuhause lassen.

3. Klaus und Petra sind nicht Romeo und Julia – oder: Keine Party-Romanze!

Nicht jeder Partyflirt endet gleich als romantisches Märchen oder tragische Love-Story, kann aber gerade im Kollegenkreis für Probleme und viel Klatsch und Tratsch sorgen. Ein harmloser Flirt schadet grundsätzlich nicht, aber oft leidet das Verhältnis unter Kollegen, wenn es einem oder beiden hinterher peinlich ist. Und was, wenn sich der Kollege oder die Kollegin nach diesem scheinbar „unverfänglichen“ Flirt mehr erhofft? Das kann in der Tat das Betriebs- und Arbeitsklima belasten.

Wirklich problematisch wird es, wenn der Kollege oder die Kollegin sich durch die Flirtversuche belästigt fühlt. Grundsätzlich gilt: Nachdenken, bevor man flirtet!

Und im Fall von Punkt 1: Es ist nicht ratsam auf die angetrunkene innere Stimme zu hören, dass es doch eine gute Idee sei, dem Klaus aus IT die unsterbliche Liebe zu gestehen oder Personalchefin Petra einen Heiratsantrag zu machen.

4. Helau und Alaaf – Sonderfall Karneval

Im Karneval ist vieles erlaubt, was an normalen Tagen ein Tabu ist. Heißt aber nicht, dass man alles machen sollte, was mach machen könnte. Das fängt schon beim Kostüm an.

„Sag mal, ist das dein Kostüm oder hast du dir jetzt einfach mal schnell ein Kissen unter den Anzug gestopft?“

„Ne Mensch, ich geh als der Chef! Gut, was?“

Nicht wirklich. Mit dem Kostüm Anspielungen auf den Chef oder die Kollegen zu machen, geht schnell nach hinten los, kann beleidigend sein oder sogar ein Fall von Schikane oder Mobbing.

Auch sexy Kätzchen, Playboy-Bunny oder Superman im String-Tanga haben im Büro nichts verloren. Niemand möchte ein firmeninternes Nipple-Gate oder tiefe Einblicke in die Unterhose des Herrn Kollegen. Grundsätzlich sollte man es vermeiden, den Kollegen vor den Kopf zu stoßen. Sogenanntes Blackfacing mag zuhause vor dem Spiegel vielleicht noch lustig erscheinen, ist aber in der heutigen Zeit nicht mehr angemessen. Man sollte stattdessen lieber auf neutrale und unverfängliche Kostüme zurück greifen.

5. War doch nicht so gemeint: Die Partyrede

Die Partyrede ist kein einfaches Thema: Nicht zu langweilig soll sie sein, aber auch nicht zu persönlich, witzig aber nicht platt, nicht zu kurz und nicht zu lang...

Humor ist, wenn man trotzdem lacht, und so ist im Karneval und Fasching deutlich mehr erlaubt als bei seriöseren Firmenfeiern. Anzügliche Witze oder sexuelle Anspielungen sind aber ein absolutes Tabu! Ohnehin geht der beste Witz auf die eigenen Kosten.