17.09.2019

Mitarbeiterzufriedenheit als Erfolgsfaktor im Unternehmen

Die Zufriedenheit der Kunden steht für Unternehmer permanent im Fokus. Zufriedene Kunden sind Gold wert. Sie kommen immer wieder und sprechen wertvolle Empfehlungen an Verwandte und Freunde aus. Gute Kunden werden mit Gutscheinen, Geschenken, Vorteilsangeboten und Einladungen zu besonderen Veranstaltungen überhäuft. Wie aber sieht es mit der Zufriedenheit der Mitarbeiter aus? Wie wichtig ist sie für den Unternehmenserfolg? An welchen Merkmalen kann sie gemessen werden? Wie gelingt es den Führungskräften, die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen?

Was ist Mitarbeiterzufriedenheit?

Die Mitarbeiterzufriedenheit spiegelt die Einstellung des Arbeitnehmers zum Unternehmen, seinem Arbeitsplatz und zu seinen Aufgaben wider. Um so größer die Schere zwischen den Erwartungen des Mitarbeiters und den tatsächlichen Bedingungen ist, umso höher ist die Unzufriedenheit. Mehrere Studien zeigten in den vergangenen Jahren den direkten Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit der Mitarbeiter und dem Erfolg des Unternehmens auf. Dieser Zusammenhang gilt nicht nur in Unternehmen mit direktem Kundenkontakt und auch nicht nur in Unternehmen, die wirtschaftlich tätig sind. Selbst Schulen, Universitäten, Pflegeheime, Krankenhäuser und öffentliche Verwaltung können nur erfolgreich sein, wenn sich die Mitarbeiter wohl fühlen und gern zur Arbeit gehen.

Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen – Schritt für Schritt

Zufriedene Mitarbeiter sind ein Erfolgsfaktor und dieser lässt sich durch gezielte Maßnahmen der Unternehmensleitung optimieren. Zunächst sollte eine Analyse der gegenwärtigen Situation erfolgen und folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welcher Führungsstil ist im Unternehmen üblich?
  • Sind die Führungskräfte bemüht, die für eine Leistungssteigerung förderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen?
  • Leben die Führungskräfte die Unternehmensphilosophie vor und werden sie ihrer Vorbildwirkung gerecht?
  • Sind Instrumente zur Personalführung wie leistungsorientiertes Entgelt und Zielvereinbarungen bekannt und werden diese sinnvoll genutzt?

Faktor Führungskraft

Führungskräfte haben eine enorme Verantwortung für den Erfolg eines Unternehmens. Wenn ihnen die ehrliche Wertschätzung ihrer Mitarbeiter gelingt und sie es verstehen, die Potenziale der Kollegen zu erkennen, und diese mit gezielten Maßnahmen zu fördern, dann ist der Grundstein für Zufriedenheit bereits gelegt. Im Gegensatz zu der häufigen Annahme ist nicht allein die Bezahlung entscheidend dafür, ob ein Mitarbeiter gern zur Arbeit geht. Neben einer angemessenen Vergütung haben die Rahmenbedingungen und die Verbindungen der Kollegen untereinander einen großen Einfluss.

Faktor Team

Die einzelnen Teams in einer Firma sind so verschieden wie die einzelnen Teammitglieder. Während Mobbing in einem Team ein Fremdwort ist, ist es in anderen Tagesgeschäft. Während ein Team immer wieder mit kreativen Lösungsvorschlägen auf sich aufmerksam macht, ist das Mitdenken in anderen Teams kein Thema. Fakt ist, dass der Zusammenhalt im Team und die Motivation aus dem Team heraus Höchstleistungen möglich macht. Wer glücklich und ausgeglichen ist, schafft mehr, ist kreativer und kann mit seiner guten Laune auch andere anspornen. Maßnahmen, die die Teambildung stärken, wie Betriebsausflüge und gemeinsame Weiterbildungen, rentieren sich schnell.

Faktor Arbeitsklima

Nicht nur die leistungsgerechte Bezahlung, flexible Arbeitszeiten und gute Arbeitsbedingungen, auch das Arbeitsklima hat eine direkte Wirkung auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Wer gern arbeitet, leistet mehr. Studienergebnisse der Harvard University zeigen, dass glückliche Angestellte bis zu vierzig Prozent mehr Leistung bringen als die, die längst innerlich gekündigt haben und nur auf einen geeigneten Zeitpunkt warten, um die Firma verlassen zu können. Ein gutes Arbeitsklima regt die Kreativität und das persönliche Engagement an, ein schlechtes Klima hemmt. Zufriedenheit und gute Laune sind genau so ansteckend wie Missstimmungen und Unzufriedenheit.

Happiness Scorecards als Zufriedenheitsmesser

In Anpassung an die von Kaplan und Norton geschaffene Balanced Scorecard wurde die Happiness Scorecard entwickelt. Die Happiness Scorecard folgt der Auffassung, dass nicht allein die wirtschaftliche Entwicklung über den Wert bzw. Erfolg eines Unternehmens entscheidet. Mit ihr kann die Zufriedenheit der Kunden, der Geschäftspartner und der Mitarbeiter gemessen und bewertet werden. Sie bildet die Grundlage für den Beginn eines Prozesses zur Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit.

5 Tipps, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern

  • Analysieren Sie die Zufriedenheit der Angestellten in den verschiedenen Unternehmensbereichen mit Hilfe der Happiness Scorecard. Ergreifen Sie gezielt Maßnahmen zur Verbesserung. Bereits die Sichtbarkeit der Bemühungen der Geschäftsleitung trägt zur Zielerreichung bei.

  • Erkennen Sie die Potenziale der Mitarbeiter. Jeder Mensch kann etwas besonders gut. Einer kann perfekte Statistiken erstellen, ein anderer ist ein begnadeter Gestalter, ein dritter blüht auf im Kontakt zu den Kunden. Wenn es Ihnen gelingt, die Aufgaben optimal zu verteilen, erzielen Sie hervorragende Ergebnisse. Wenn der kreative Gestalter seine Arbeitstage mit Zahlen und Statistiken verbringen muss, wird er unzufrieden und er wird nach Möglichkeiten suchen, das Unternehmen schnell zu verlassen. Führungskräfte benötigen Zeit und Ausdauer, die Stärken der Kollegen zu erkennen.

  • Loben Sie die Angestellten für Erfolge. Wer als Führungskraft auf das Kritisieren und das Benennen von Fehlern konzentriert, wird Unzufriedenheit und Demotivation im Team spüren. Die Anerkennung des Vorgesetzten kann dagegen Berge versetzen.

  • Schaffen Sie Freiräume und bringen Sie den Mitarbeitern Vertrauen entgegen. Wenn Angestellte nur in engen Grenzen agieren können und ihnen die Übernahme von Verantwortung nicht zugetraut wird, werden sie weder gefordert noch gefördert. Motivieren sie Ihre Mitarbeiter. Wem vertraut wird, der wächst über sich hinaus.

  • Mit Humor geht alles leichter, das ist nicht nur eine Floskel. Verbreiten Sie eine gute Stimmung im Unternehmen, dann sind auch schwierige Zeiten und große Herausforderungen leichter zu bewältigen. Chefs, die eigene Fehler zugeben und auch mal über sich selbst lachen können, verlieren nicht, sie gewinnen an Respekt.

Unternehmensattraktivität und Mitarbeiterzufriedenheit

Früher war es die Mund-zu-Mund-Propaganda, heute schaffen die sozialen Medien unendliche Möglichkeiten, Kunden, Partner sowie neue Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und den Unternehmenserfolg zu steigern. Lassen Sie dieses Potenzial nicht außer Acht. Wenn Angestellte gute Bewertungen über Ihre Produkte und Dienstleistungen posten, haben Sie viel erreicht.

Die Personalberatung – Ihr kompetenter Partner

Die Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit in einem Unternehmen erfordert qualifizierte und geeignete Fach- und Führungskräfte. Um einen Verbesserungsprozess anzuregen, lohnt es sich, die Unterstützung einer spezialisierten Personalberatung bzw. Personalvermittlung in Anspruch zu nehmen. Der neutrale Blick externer Spezialisten und ihre fachkundige Beratung bringen häufig unerkannte Verbesserungspotenziale im Unternehmen ans Licht.

Zufriedene Mitarbeiter leisten mehr, sind seltener krank, vermitteln nach außen ein positives Bild des Unternehmens. Diese Außenwirkung ist wertvoller als viele andere Marketingmaßnahmen. Sie führt zur Umsatzsteigerung und zum wirtschaftlichen Erfolg.