23.09.2019

Social Media als Stellenbörse: „Im Recruiting geht ohne Social Media nichts mehr!“

Stellenbörsen und das professionelle Recruiting von Kandidaten sind ohne das Internet längst nicht mehr denkbar. Zunehmend spielen soziale Netzwerke dabei eine entscheidende Rolle. „Meiner Meinung nach geht heutzutage im Recruiting nichts mehr ohne Social Media“, sagt Sladjana Drago, die als Marketing Managerin bei head for work auch für den Außen- und Online-Auftritt des Unternehmens zuständig ist. „Durch den digitalen Wandel in der Arbeitswelt, werden innovative Social Recruiting Maßnahmen immer wichtiger.“ Professionelle Netzwerke wie das deutschsprachige Xing oder das internationale Netzwerk LinkedIn stehen dabei an erster Stelle. Aber auch eher private Netzwerke wie Facebook oder Twitter sind nicht zu unterschätzen. Sie lassen sich zum Beispiel dazu nutzen, neue Stellenanzeigen zu streuen und als Marketingmaßnahme einen Einblick in das Unternehmen zu geben. „Unternehmen, die auf der Suche, nach neuen Mitarbeitern sind, müssen sich auf die anspruchsvolle Generation einstellen, die in sozialen Netzwerken besonders aktiv sind und sich natürlich auf diesem Weg am besten erreichen lassen.

Über LinkedIn oder Xing lassen sich geeignete Kandidaten direkt ansprechen: Wer bereits weiß, was er von Kandidaten erwartet, der kann gezielt nach Personen suchen, die genau diese Kriterien erfüllen. So kann man auch Personen erreichen, die gerade einen festen Job haben, vielleicht auch noch gar nicht über einen Wechsel nachgedacht haben und sich natürlich entsprechend nicht auf eine traditionelle Stellenanzeige bewerben würden. Persönliche Ansprache und persönlicher Kontakt kann das gegebenenfalls ändern. Besonders Spitzenkandidaten wissen, dass sie aus der Masse hervorstechen – und lassen sich oft nicht mehr über eine gewöhnliche Stellenanzeigen erreichen. „Diese Kandidaten lassen sich nur über Active Sourcing oder durch eine eigene Social Media Seite des Unternehmens ansprechen“, erklärt Frau Drago und erzählt aus der eigenen Erfahrung: „Wird ein potentieller Kandidat – im besten Fall – Fan unserer Unternehmensseite im sozialen Netzwerk, beziehungsweise folgt unserem Unternehmen, dann tritt er vielleicht irgendwann ganz von alleine mit uns in Kontakt. Zumindest lassen sich solche Kandidaten aber viel leichter ansprechen.

Deshalb ist die Außendarstellung von Unternehmen in sozialen Netzwerken so wichtig. Dazu gehört es zunächst einmal, überhaupt in den sozialen Netzwerken vertreten zu sein. Das sorgt für Transparenz und Offenheit und macht das Unternehmen und sein Image über die eigene Klientel hinaus bekannt. Einfach nur einen Social-Media-Auftritt einzurichten, reicht allerdings nicht aus. Dieser muss auch mit Inhalten gefüllt werden, und da ist Qualität statt Quantität der Schlüssel zum Erfolg. „Der Großteil der Social-Media-Inhalte sollte nicht ausschließlich das Unternehmen vermarkten, sondern Mehrwert für die Zielgruppe sein.“ Darüber hinaus sollten Inhalte realistisch sein, damit Bewerber einen möglichst realitätsnahen Einblick in das Arbeitsleben im jeweiligen Unternehmen bekommen.

Die Inhalte stellen die größte Herausforderung dar und sind sowohl kosten-, als auch personalintensiv. Ein Social Media Profil einzurichten ist erst einmal kostenlos, daher erscheint es zunächst als eine relativ simple Maßnahme, um mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die regelmäßige Profilpflege kostet aber Zeit, Budget und braucht Kapazitäten für Planung, Strategie und Umsetzung. Verglichen mit anderen Recruiting-Methoden lässt sich aber mit recht geringem Aufwand eine sehr große Zielgruppe erreichen. Social Media macht also Sinn – und das auch für kleinere und mittelständische Unternehmen, denn in sozialen Netzwerken haben kleine Unternehmen die gleichen Chancen wie große. Nicht der Größte punktet, sondern derjenige, der am Besten online zu kommunizieren weiß.

Zielgruppenansprache ist dabei ebenfalls wichtig. Zunächst geht es darum, die entsprechende Zielgruppe zu definieren und zu klären, was diese ausmacht. Soziale Netzwerke helfen dabei, die eigene Zielgruppe besser kennenzulernen, indem man sich unter die entsprechenden Gruppen mischt, Diskussionen mitverfolgt und ein Gefühl dafür bekommt, welche Themen und Ideen gerade relevant sind.

Dabei können auch Facebook-Gruppen oder Fachdiskussionen auf Twitter informativ sein, wobei Twitter im englischen Sprachraum deutlich häufiger professionell genutzt wird, als in Deutschland. Grundsätzlich aber trennen die meisten Menschen heute noch immer Privates und Berufliches und haben für beides unterschiedliche Kanäle. „Auf Instagram oder Facebook bleiben alle eher privat und geben nicht zu viel über ihren Berufsstatus preis. Instagram und Facebook eignet sich daher eher als Marketinginstrument für Imagewerbung“, sagt Sladjana Drago. Hier kann man entsprechende Einblicke ins eigene Unternehmen geben – und so potentiellen Kandidaten, Geschäftspartner und Interessenten die Chance geben, das Unternehmen besser kennenzulernen.

Um die Potentiale des Social Media Recruitings und der jeweiligen sozialen Netzwerke voll auszuschöpfen, sollten Unternehmen also eine gezielte Strategie entwickeln – und sich gegebenenfalls Hilfe bei Experten holen, die bereits gute Erfahrungen in diesem Bereich gemacht haben und mit Tipps und Tricks zur Seite stehen.