Die perfekte Firmen-Weihnachtsfeier?


Die perfekte Firmen-Weihnachtsfeier?

Partyfoto Weihnachtsfeier im Büro

Weihnachtsmannmütze aufgesetzt, das Rentiergeweih auf den Kopf und den alten peinlichen Weihnachtspulli ausgepackt: Es ist endlich wieder Zeit für eine richtige Weihnachtsfeier im Büro – im Kreis der Kollegen, ohne seltsame Abstandsregeln und natürlich mit Sekt, Glühwein oder einem nicht-alkoholischen Getränk in der Hand. Nach den letzten zwei ‚chaotischen’ Jahren ist die Versuchung groß, bei der Weihnachtsfeier im Büro so richtig über die Stränge zu schlagen. Man darf ja wieder! Oder gibt es in der Post-Covid-Ära vielleicht eine neue Firmenetikette, die sich auch in der Feierkultur widerspiegeln sollte? Tatsächlich hat sich die Arbeitswelt stark verändert und das geht auch an der Weihnachtsfeier nicht spurlos vorbei. Werfen wir also einen Blick auf einige Neuerungen, die Sie bislang vielleicht noch gar nicht bedacht haben, die in 2022 aber (noch immer) eine Rolle spielen.

1. Mitmachen sollte kein Zwang sein

Fangen wir vielleicht mit dem schwierigsten Thema an, das so gar nicht zur Weihnachtsstimmung passen will: der mentalen und körperlichen Gesundheit der Mitarbeiter*innen. Bei vielen Menschen hat die Pandemie in der Psyche ihre Spuren hinterlassen und tatsächlich tun sich noch immer einige schwer, sich in großen Gruppen oder Menschenmassen zu bewegen. Gerade introvertierte Menschen bevorzugen oft eine ruhigere Umgebung und die Zurückgezogenheit der Pandemie lag vielleicht sogar eher in ihrer Natur als der ständige Trubel des normalen Berufslebens. Das macht es für sie besonders schwer, wieder in den alten Arbeitsalltag zurückzufinden. Eine Betriebs- oder Weihnachtsfeier kann da völlig überfordern. Kolleg*innen und Vorgesetzte sollten also ein bisschen Fingerspitzengefühl mitbringen, wenn es um die Partyplanung geht und es akzeptieren, dass es für manch einen vielleicht einfach zu viel ist, den Abend mit 20, 30 oder 50 Menschen auf engstem Raum zu verbringen. Die Weihnachtsparty sollte in dem Fall nicht zum Zwang werden.

Darüber hinaus gibt es gute Gründe, warum Menschen sich noch immer abschirmen, um eine Covid-Infektion zu vermeiden. Ob Asthma, Autoimmunerkrankungen oder die vorrübergehende Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen – viele gesundheitliche Probleme sind unsichtbar und Mitarbeiter*innen wollen oder können im Kollegenkreis vielleicht nicht offen darüber reden, warum sie besonders vorsichtig sind und nicht zur Weihnachtsfeier kommen möchten. Andere haben vielleicht Familienmitglieder zuhause, die sie schützen wollen und müssen, da ihr Immunsystem geschwächt ist. Dazu gehören beispielsweise Krebspatienten, die gerade eine Chemotherapie durchlaufen.

Grundsätzlich sollte also für die Weihnachtsfeier 2022 gelten: Keinen Druck aufbauen und flexibel bleiben. Ein „Covid ist vorbei, stell dich nicht so an!“ ist definitiv fehl am Platze und entscheidet sich ein Mitarbeiter dazu, nicht zur Weihnachtsfeier zu kommen, dann ist das auch ok.

2. Remote Mitarbeiter einbinden

Das bringt uns direkt zu einem weiteren Punkt: Viele Unternehmen sind dazu übergegangen, Mitarbeiter ganz oder teilweise im Homeoffice oder gar Remote anzuwerben. Mitarbeiter an verschiedenen Orten im Land oder gar der ganzen Welt bringt neue Probleme mit sich, wenn man sie in den Weihnachtsspaß mit einbeziehen will. Lässt es das Budget zu, dann können Unternehmen die Mitarbeiter*innen entsprechend zur Weihnachtsfeier einladen. Das bedeutet aber auch, dass sie für An- und Abreise sowie die Unterkunft aufkommen sollten, da sie nicht erwarten können, dass Mitarbeiter*innen diese manchmal erheblichen Kosten alleine tragen.

Dank das Internets gibt es aber Alternative und die Pandemie hat gezeigt, wie es geht: Gerade in kleineren Teams lässt es sich auch online feiern, zum Beispiel mit einem Rätsel- oder Brettspielabend. Dafür gibt es kostenlose Seiten wie Boardgame Arena und auch viele Brettspielunternehmen bieten Online-Varianten ihrer Spiele, wie beispielweise das Partyspiel „Codenames“, das sich hervorragend für Teams eignet. Oder wie wäre es mit einem komplizierten Online-Escaperoom oder einer Murder Mystery Party? Zahlreiche Ressourcen dafür finden sich online.

 

3. Über die Stränge schlagen? Besser nicht!

betrunkene Partygäste

„Guck mal da drüben!“ sagt die Kollegin und nickt in Richtung des Teamleiters und einer jüngeren Mitarbeiterinnen. „Das wird wieder genauso wie letztes Jahr.“ Julia* schaut etwas unsicher und zuckt mit den Schultern. „Oh ja, du warst da ja noch gar nicht im Unternehmen“, sagt die Kollegin und zieht Julia tuschelnd in eine Ecke. Was folgt ist eine Geschichte, die bereits jeder im Unternehmen hinter vorgehaltener Hand gehört hat: wie der Teamleiter eines großen Medienunternehmens und die Mitarbeiterin bei der letzten Weihnachtsfeier mit dem Alkohol etwas über die Stränge geschlagen haben, wie sie dann kurz nach Mitternacht verschwanden und die Putzfrau sie am nächsten Morgen schlafend – halb nackt – auf einem Sofa in einem Büro fand. Offiziell ist das natürlich nie passiert!

Dass Julia nach einer anderen Weihnachtsfeier barfuß durch die Stadt nach Hause gelaufen ist, weil die Schuhe zu eng geworden sind und ihr der Alkohol zu Kopf gestiegen ist, hat sie natürlich niemanden erzählt. Auch die Tatsache, dass ein Kollege sich während der Party mehrfach in den Mülleimer übergeben hat, hat sie für sich behalten.

 

Jeder, der für eine gewisse Zeit im Berufsleben steht, hat mit großer Wahrscheinlichkeit verrückte Geschichten über Firmenweihnachtsfeiern gehört. Seien wir also ehrlich: Gerade nach zwei Jahren ohne Weihnachtsparty, wollen wir endlich wieder richtig feiern und tanzen. Da alle Hemmungen zu verlieren, ist sehr viel einfacher, als wir uns vielleicht selbst eingestehen wollen. Mitarbeiter*innen und Führungskräfte sollten sich aber immer bewusst sein, dass sie sich bei einer Weihnachtsfeier noch immer im professionellen Umfeld bewegen und dass das Verhalten auf der Weihnachtsfeier sich auch auf die weitere Zusammenarbeit auswirken wird. Im Büro und auf Feiern sind wir selten unbeobachtet und Klatsch und Tratsch sind in Unternehmen an der Tagesordnung. Wer auf der Weihnachtsfeier also bis zur Ohnmacht trinkt oder auf dem Schreibtisch des Chefs tanzt, weil der früher nach Hause gegangen ist, wird schnell feststellen: Innerhalb weniger Tage weiß es das ganze Unternehmen. Das ist wirklich kein guter Start in die Weihnachtszeit und ins neue Arbeitsjahr…

4. Die elenden Kosten

Die finanziellen Folgen der Covid19-Pandemie und der derzeitigen Energiekrise haben ihre Spuren hinterlassen und für viele Unternehmen bedeutet dies finanzielle Einschnitte. So steht man schnell vor dem Problem, dass man den Mitarbeiter*innen zwar endlich wieder eine tolle Weihnachtsfeier bereiten will, das Budget dafür aber eigentlich nicht da ist. Muss eine Weihnachtsfeier aber immer ausgefallen und teuer sein, um Mitarbeiter*innen ein großes Erlebnis zu bieten?

Erst einmal sollte eine Führungskraft, die mit der Partyplanung und -budgetierung beauftragt ist, wissen, was die Mitarbeiter eigentlich wollen. Vielleicht sind die Erwartungen gar nicht so hoch, wie man denkt. Doodle-Umfragen oder auch eine klassische, anonyme Zettelbox, in der Mitarbeiter*innen ihre Wünsche einwerfen können, können hilfreiche Instrumente sein, um herauszufinden, was ihnen besonders wichtig ist. Freigetränke? Eine tolle Location? Das Essen? Das kann dann dabei helfen, Prioritäten zu setzen. Auch sollte man als Unternehmen klar kommunizieren, was Mitarbeiter*innen erwarten können, denn wer vor Covid extravagante Partys geschmissen hat, der muss zunächst damit rechnen, dass Mitarbeiter*innen davon ausgehen, dass die Party 2022 mindestens genauso groß ausfallen wird – oder größer. Ist das Budget nicht da, ist es entsprechend wichtig, das vorab deutlich zu machen, um Enttäuschungen zu vermeiden. Dabei sollten Führungskräfte klar kommunizieren, dass die Einschnitte bei der Weihnachtsfeier nichts mit fehlender Wertschätzung zu tun haben, sondern eine Folge der allgemeinen Wirtschaftslage sind. Kleine Gesten haben manchmal große Wirkung: Wer trotz fehlendem Budget die Party mit viel Liebe plant und alle mit einbezieht, der zeigt Wertschätzung in anderer Form. Warum also nicht gemeinsam das Büro dekorieren? Ein Preis für das witzigste Weihnachtsoutfit? Secret Santa? Oder für ein internationales Team: Weihnachtstraditionen aus aller Welt.

*Name geändert

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