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Die aktuelle Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Die Welt ist im Wandel: Die Ergebnisse der Bundestagswahl, die Trump-Regierung in Amerika, die weltpolitische Lage – sie alle wirken sich auch auf den deutschen Arbeitsmarkt aus. Zwischen Fachkräftemangel und Stellenabbau befindet sich der Arbeitsmark in einem konstanten Wandel und es ist nicht einfach für Unternehmen und Mitarbeiter, dies erfolgreich zu navigieren. In unserem Blogartikel werfen wir einen Blick auf aktuelle Trends und Tendenzen und was das für Unternehmen, Mitarbeiter und Recruiter bedeutet. 

Entlassungen aufgrund einer Schwäche des Arbeitsmarkts

Zahlreiche Unternehmen diskutieren derzeit einen Personalabbau. Zudem stehen sie intern vor großen Umwälzungen wie dem Einsatz künstlicher Intelligenz (KI), der zunehmenden Digitalisierung oder neuer Anforderungen hinsichtlich der Mitarbeiterzufriedenheit. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer anhaltenden leichten Konjunkturkrise. Für 2025 erwartete die alte Bundesregierung lediglich ein leichtes Wachstum von 1,1 Prozent. Diese Mischung aus konjunktureller Schwäche und Problemen mit der Transformation des Arbeitsmarktes, setzt deutsche Unternehmen unter Druck, berichtet das Handelsblatt mit Bezug auf eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Auch wenn vor allem Personalabbau bei großen Unternehmen Schlagzeilen machte, seien es hauptsächlich Betriebe mit bis zu 100 Mitarbeitern, die Stellen verlieren.

Doch auch große Unternehmen wie VW, Audi, Bosch, Siemens oder Zulieferer in der Automobilindustrie bauten laut ZDF Bericht aus dem Januar in letzter Zeit Stellen ab. Das ZDF bezieht sich dabei ebenfalls auf eine Studie des Instituts für Arbeits- und Berufsforschung (IAB), die davon ausgeht, dass in der Industrie derzeit monatlich rund 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen. In anderen Bereichen sieht es anders aus: Die Beschäftigung im öffentlichen Dienst ist angewachsen und auch in den Bereichen Finanzen, Versicherungen, Gesundheit und Pflege gibt es Jobchancen. Das zeigt erneut, dass sich der Arbeitsmarkt verstärkt in einen Dienstleistungsmarkt verändert hat – auf Kosten der Industrie, die schwächelt. Bei einigen wachse dadurch die Sorge, dass diese Entwicklung den Wohlstand gefährden könnte, so der ZDF Bericht. Denn die gut bezahlten Stellen, die in der Industrie verloren gehen, kann der öffentliche Dienst und der Dienstleistungssektor als Arbeitgeber finanziell nicht auffangen.

Arbeitslosenquote liegt bei 6,4 Prozent – Tendenz steigend?

Wirft man einen Blick auf die derzeitige Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit, dann zeigt sich, dass die Konjunkturschwäche sich weiterhin auch im Arbeitsmarkt niederschlägt. Im Februar 2025 ging die Arbeitslosigkeit zwar leicht zurück (auf 2.989.000), doch liegt sie um 175.000 höher als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 6,4 Prozent. Wer sich den Verlauf dieser Statistik über die letzten Jahre anschaut, wird einen schleichenden Anstieg der Arbeitslosenquote beobachten.

Die Aussichten für 2025 sind ebenfalls nicht gerade rosig. Laut einem Bericht der Tagesschau geht die Wirtschaftsweise Veronika Grimm davon aus, dass die Arbeitslosigkeit auch 2025 leicht ansteigen wird – vor allem im verarbeitenden Gewerbe, das zunehmend unter Druck stehen. Eine positive Anmerkung: Da viele Unternehmen zeitgleich nach Fachkräften suchen, wird ein Teil der Entlassungen aufgefangen, so dass die Arbeitslosigkeit nicht drastisch steigen werde, heißt es in dem Bericht. Bewerber und Arbeitnehmer müssten aber damit rechnen, dass das Lohnniveau als Folge dieser Entwicklung sinken wird.

Drastische Veränderung der Arbeitsweise: KI als Motor des Wandels

Ein Faktor, der die Arbeitswelt beeinflusst, ist der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz in allen Bereichen. Unternehmen müssen sich zunehmend Gedanken machen, wie sie KI einsetzen können, welche Prozesse sich damit verbessern lassen und wie sie Mitarbeiter trainieren können, KI-Werkzeuge erfolgreich zu nutzen. Nur so bleiben sie am Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig und können sich auf dem Weltmarkt gegen die große Konkurrenz durchsetzen. Mehr zum Thema künstliche Intelligenz im Recruiting findet sich in unserem Blog. KI eignet sich insbesondere für standardisierte Systeme und sich wiederholende Aufgaben. Hier wird künstliche Intelligenz zunehmend die Arbeit von Angestellten übernehmen können, so dass diese frei sind für wichtige und kompliziertere Aufgaben. Wie sehr KI eine Konkurrenz für Mitarbeiter ist und ob KI einige Stellen in Unternehmen obsolet machen könnte, wird sich in Zukunft zeigen. Denn derzeit ist KI noch immer fehleranfällig und kann nur begrenzt Aufgaben übernehmen. Wo immer Kreativität oder menschliche Entscheidungsfindung gefragt sind, stößt künstliche Intelligenz noch an ihre Grenzen.

Fachkräftemangel und Wettbewerb um geeignete Kandidaten

Fachkräftemangel und Wettbewerb um geeignete Kandidaten

In vielen Branchen herrscht derzeit noch immer ein Fachkräftemangel: Unter anderem im Handwerk, dem Gesundheitswesen und in der IT-Branche fehlt gut ausgebildetes Personal. Das führt zu einem höheren Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter – und bessere Chancen für gut qualifizierte Experten, die nach einem neuen Job suchen. Unternehmen in Branchen, in denen ein Fachkräftemangel herrscht, müssen bei der Besetzung offener Stellen Initiative zeigen und Kandidaten eine gute Erfahrung bieten. Dazu gehören Vorteile für Mitarbeiter, die über das Grundgehalt hinausgehen. Beispielsweise Boni, kostenlose Kinderbetreuung, Homeoffice, flexible Arbeitszeiten oder Fortbildungsprogramme. Unternehmen müssen als Arbeitgeber attraktiv werden und dazu gehört es, sich als Arbeitgebermarke einen guten Ruf zu schaffen. Ein Schlagwort ist hier die gute Employee Experience, also das Rundumerlebnis, das Mitarbeiter mit einem Unternehmen haben – vom Vorstellungsgespräch bis zum Offboarding beim Verlassen des Unternehmens.

Doch auch beim Fachkräftemangel gibt es Veränderungen: Laut der Tagesschau gehe in vielen Branchen der Fachkräftemangel zurück. Im dritten Quartal 2022 beklagten sich rund die Hälfte der Unternehmen, dass sie keine geeigneten Fachkräfte für offene Stellen finden könnten. Im Januar 2025 lag diese Quote bei rund 28 Prozent. In einigen Branchen wie der Dienstleistungsbranche ist der Fachkräftemangel allerdings noch immer größer.

Demografischer Wandel und der Einfluss auf den Arbeitsmarkt

Der demografische Wandel in Deutschland hat gleich einen doppelten Effekt auf den Arbeitsmarkt. Zum einen verlassen langgediente Mitarbeiter Unternehmen, ohne dass ausreichend Nachwuchs vorhanden ist. Zum anderen führt der demografische Wandel dazu, dass eine höhere Nachfrage nach Personal in bestimmten Branchen entsteht: Aufgrund der alternden Bevölkerung wird mehr Personal in der Altenpflege und im Gesundheitsbereich benötigt. Gleichzeitig brauchen Unternehmen neue Strategien, um junge Talente zu gewinnen und so die Lücken zu füllen, die die ältere Generation hinterlassen hat. Darüber hinaus müssen sich Unternehmen an eine diversere Mitarbeiterstruktur anpassen und Mitarbeitern mit unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden – egal welchen Alters. Sie müssen sicherstellen, dass unterschiedliche Generationen gut zusammenarbeiten können, insbesondere wenn Mitarbeiter länger im Unternehmen bleiben. Es ist häufig nicht einfach eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen und einen Generationenkonflikt zu vermeiden.

Angesichts des demografischen Wandels steigt das Durchschnittsalter der Belegschaft in Unternehmen. Das numerische Alter sagt heute nichts mehr über die Fähigkeiten oder den Willen aus, weiterhin voll oder teilweise beschäftigt zu sein. Unternehmen müssen da individuell reagieren können und sich auf die Bedürfnisse alternder Arbeitnehmer einstellen. Das betrifft beispielsweise den Führungsstil – man denke hier an die Konflikte, die entstehen können, wenn Manager jünger sind, als die Teams, die sie managen. Darüber hinaus muss man insbesondere bei älteren Arbeitnehmern auf die Gesundheit und ergonomische Arbeitsbedingungen achten, um Rückenschäden oder anderen Gesundheitsproblemen vorzubeugen. Zudem müssen Unternehmen eine langfristige Zukunftsplanung entwickeln, damit der Nachwuchs rechtzeitig angelernt wird, bevor ältere Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Verlagerung des Unternehmenssitzes ins Ausland

Einige Unternehmen verlagern ihren Firmensitz derzeit ins Ausland – aus verschiedenen Gründen. Dazu gehören regulatorische Rahmenbedingungen, weil beispielsweise steuerliche Bedingungen im Ausland besser sind. Auch die geringeren Lohn- und Energiekosten spielen eine Rolle bei der Verlagerung der Produktion ins Ausland.

Andere Unternehmen, beispielsweise in der Automobilindustrie, verlagern ihre Produktion ins Ausland, weil dies neue Märkte für sie sind. In den letzten Jahren waren das vor allem China, Indien oder mittel- und osteuropäische Länder. Diese haben zum einen einen dynamischen Markt, zum anderen gut ausgebildetes Fachpersonal, das die Produktion vor Ort übernehmen kann. Mittel- und osteuropäische Märkte bieten zudem den Vorteil, dass sie auch Mitglied in der Europäischen Union sind und neben günstigen Arbeitsbedingungen – wie Deutschland – Anschluss an den europäischen Binnenmarkt bieten. Das ist für Unternehmen aber nicht ohne Herausforderungen: Neben Sprachbarrieren, gibt es auch kulturelle Unterschiede, die Unternehmen berücksichtigen müssen, um erfolgreich im Ausland zu agieren. Eine Verlagerung ins Ausland kann also ein zweischneidiges Schwert sein.

Neben einer Produktionsverlagerung nutzen inzwischen viele Unternehmen die weltweite Flexibilität von Arbeitnehmern, um mit Remote-Teams zu arbeiten, die nicht notwendigerweise am Standort des Unternehmens sitzen. Das schafft größere Flexibilität für Unternehmen und Mitarbeiter, die beispielsweise aus dem Ausland arbeiten wollen. Gleichzeitig kann es die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt verstärken, da sich Kandidaten nicht nur gegen Konkurrenten aus der eigenen Region behaupten müssen. Der Arbeitsmarkt ist flexibler und größer geworden und darauf müssen sich beide Seiten – Kandidaten und Unternehmen – einstellen. 

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