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Employee Experience: Der Schlüssel zur Mitarbeiterbindung

Der englische Begriff Employee Experience, kurz EX, umfasst mehr als Mitarbeiterleistung oder Mitarbeiterzufriedenheit. Grob gesprochen umfasst er alle Erfahrungen, die ein Mitarbeiter während der Anstellung in einem Unternehmen macht – vom Bewerbungsprozess, über das Onboarding und die Arbeit im Unternehmen bis hin zum Offboarding, dem Verlassen des Unternehmens. Dabei stehen die Bedürfnisse, Erwartungen, Ziele und Empfindungen der Mitarbeiter im Vordergrund. Es geht also nicht nur um greifbare Maßstäbe, sondern auch um Emotionen, was den Bereich Employee Experience so kompliziert macht. 

Employee Experience (EX): Mehr als traditionelle Mitarbeiterzufriedenheit

Grundsätzlich geht es darum, eine Arbeitsumgebung zu schafffen, in der sich Mitarbeiter wohlfühlen, in der sie sinnvolle Aufgaben haben und in der ihre Leistung Anerkennung findet. Somit sorgt eine gute Employee Experience nicht nur für eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit, sondern sorgt auch für eine bessere Bindung an das Unternehmen – ein wichtiger Faktor bedenkt man den Fachkräftemangel und die Rekrutierungskosten, die entstehen, wenn Stellen ständig neu besetzt werden müssen, weil Mitarbeiter das Unternehmen aufgrund von Unzufriedenheit verlassen.

Mitarbeiterzufriedenheit ist somit ein wichtiger Teil der Employee Experience, auch wenn diese darüber hinausgeht. Wie also passt die Mitarbeiterzufriedenheit in das Konzept der Employee Experience? Zufriedenheit konzentriert sich auf Faktoren wie das Gehalt, die Arbeitsbedingungen und die gestellten Aufgaben. EX hingegen zielt auf ein ganzheitliches positives Erlebnis ab, fördert die Wertschätzung, Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten und eine positive Unternehmenskultur. So schafft sie eine bessere Mitarbeiterbindung: Wer in seinem Job glücklich ist, arbeitet motiviert, will diesen behalten und wird sich nicht nach einem neuen Job umschauen. 

In die Employee Experience investieren: Fünf gute Gründe für Unternehmen

Viele Unternehmen schrecken erst einmal davor zurück, mehr Geld in die Employee Experience zu investieren – vor allem, weil es einige Zeit dauert, bis sich die Effekte bemerkbar machen und das Management schon vorher die Investition rechtfertigen muss.

  1. Bessere Mitarbeiterbindung: Eine gute Employee Experience schafft eine emotionale Bindung an das Unternehmen, was dazu führt, dass es weniger Mitarbeiterfluktuation gibt. Das schafft eine bessere Teamstruktur und reduziert für Unternehmen die Rekrutierungskosten. Langfristig kann sich die Investition in Employee Experience also auch finanziell auszahlen.
  2. Höhere Produktivität: Zufriedene Mitarbeiter arbeiten motivierter und damit effizienter. Das bietet Vorteile für Unternehmen, denn durch motivierte Mitarbeiter steigt die Leistung und somit der Unternehmensumsatz.
  3. Verbesserte Kundenzufriedenheit: Ähnliches gilt für die Kundenzufriedenheit, denn wenn Mitarbeiter motiviert arbeiten, sind sie in der Lage, die eigenen Mitarbeitererlebnisse (also die Employee Experience) in gute Kundenerlebnisse umzuwandeln. Somit wirkt sich die Employee Experience indirekt auch darauf aus, wie Kunden ein Unternehmen wahrnehmen und wie loyal sie dem Unternehmen gegenüber sind.
  4. Positiver Einfluss auf die Arbeitgebermarke: Eine gute Employee Experience spricht sich herum – und das nicht nur im eigenen Unternehmen. Bestehende und ehemalige Mitarbeiter geben ihre Erfahrungen an andere weiter. Auch  Bewertungen auf Online-Portalen spielen eine Rolle, wie Unternehmen von Bewerbern wahrgenommen werden. Eine positive Wahrnehmung des Mitarbeitererlebnisses stärkt die Arbeitgebermarke und damit die Attraktivität für Bewerber.
  5. Innovationen im Unternehmen: Zufriedene Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen, sind eher geneigt, ihre Energie und Kreativität in das Unternehmen und bestimmte Projekte einzubringen. Somit kann die Employee Experience die Innovation in Unternehmen fördern – und die Unternehmenszukunft langfristig sichern.

 

Das gehört zu einer guten Erfahrung in Unternehmen

Employee Experience zieht sich durch den gesamten Prozess und alle Bereiche des Unternehmens. Folgende Aspekte spielen dabei eine Rolle:

  1. Onboarding: Wie gut der Onboarding Prozess läuft, beeinflusst langfristig, wie neue Mitarbeiter ein Unternehmen wahrnehmen. Der erste Eindruck zählt. Ein gutes Onboarding bedeutet, dass sich Mitarbeiter willkommen und als Teil des neuen Teams fühlen. Dafür müssen sie alle Informationen haben, die sie brauchen, um ihren Job zu machen. Sie sollten eine Einführung in Prozesse und Werkzeuge haben, die das Unternehmen nutzt. Zudem sollten Unternehmen ihnen einen Mitarbeiter an die Hand stellen, der sie in den ersten Tagen und Wochen begleitet und alle offenen Fragen beantwortet.
  2. Feedback: Gute Employee Experience endet nicht, wenn das Onboarding beendet ist. Vielmehr sollten Unternehmen kontinuierlich gute Kommunikationsstrukturen etablieren. Dazu gehört es, Mitarbeitern regelmäßig Feedback zu geben – über die eigene Leistung und neue Entwicklungen im Unternehmen. Nur so wissen Mitarbeiter, wo sie in ihrer Karriere stehen und welche Erwartungen das Team an sie hat. Auch hilft es dabei, Mitarbeiter auf Veränderungen im Unternehmen oder neue Prozesse und Aufgaben vorzubereiten. Feedback signalisiert zudem Wertschätzung: Manager geben ihnen das Signal, dass sie zuhören. Außerdem bieten Feedback-Runden Mitarbeitern die Möglichkeit, selbst Kritik zu äußern und ihre Meinungen und Ideen einzubringen. Hier sind Führungskräfte gefragt, denn nur sie können die richtigen Rahmenbedingungen für eine gute Employee Experience schaffen.
  3. Karrieremöglichkeiten und Schulungen: Unternehmen sollten immer offen kommunizieren, welche Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten sie bieten. Und dies dann auch umsetzen. Nichts ist für Mitarbeiter langfristig frustrierender, als wenn sie jahrelang auf der Stelle treten und sich ihnen keine neuen Chancen eröffnen – insbesondere wenn ihnen immer wieder eine Beförderung versprochen wird, um sie ans Unternehmen zu binden. Das wird langfristig keinen Erfolg haben. Mitarbeiter verlieren die Motivation und werden sich irgendwann nach einer neuen Stelle umsehen. Zur Mitarbeiterentwicklung gehören auch entsprechende Schulungen und Trainingsmaßnahmen – intern oder extern. Mitarbeiter wollen ihre Fähigkeiten ausbauen und in ihrem Beruf wachsen. Unternehmen werden davon ebenfalls profitieren, denn gut geschulte Mitarbeiter sind besser in ihrem Job.
  4. Flexible Arbeitsmodelle: Mitarbeiter legen zunehmend Wert auf eine gute Work-Life-Balance. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Optionen und Teilzeitmodelle spielen eine große Rolle für die Mitarbeiterzufriedenheit. Viele Unternehmen rudern inzwischen beim Homeoffice zurück und verlangen, dass Mitarbeiter zumindest teilweise wieder im Büro arbeiten. Dennoch sollten Unternehmen stets die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter beachten, sodass sie zum Beispiel Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können. Gute Arbeitsbedingungen sind ein essentieller Teil der Employee Experience.
  5. Anerkennung und Wertschätzung: Beide sind wichtige Faktoren für die Mitarbeiterzufriedenheit. Anerkennung kann dabei viele Formen annehmen: ein Lob beim nächsten Teammeeting, finanzielle Anreize und Boni, Auszeichnungen und Belohnungen. Ein kleines, regelmäßiges Dankeschön hat einen großen Effekt.
  6. Unternehmenskultur: Unternehmen sollten eine klare Unternehmenskultur etablieren und kommunizieren. Das hilft bestehenden Mitarbeitern, sich im Unternehmen zurechtzufinden, und erlaubt es Unternehmen, neue Mitarbeiter zu rekrutieren, die zum Team, ihrer Arbeitsweise und der allgemeinen Unternehmenskultur passen.
  7. Offboarding: Eine gute Employee Erfahrung endet nicht mit der Kündigung. Unternehmen sollten das Offboarding effizient, transparent und angenehm gestalten. Hier hilft es, frühzeitig gute Prozesse zu etablieren, die dabei helfen, Aufgaben anderen Mitarbeitern zu übertragen, solange der Mitarbeiter noch im Unternehmen ist. So sorgt man dafür, dass Prozesse auch in Zukunft reibungslos laufen. Zudem sollten Manager und die Personalabteilung das Gespräch suchen und den Mitarbeiter nach Gründen für die Kündigung fragen. An dieser Stelle ist es wichtig, dem Mitarbeiter ein gutes (und ehrliches) Feedback zu geben und gute Wünsche für die berufliche Zukunft auszusprechen. Unternehmen sollten immer ein Interesse daran haben, dass ehemalige Mitarbeiter das Unternehmen in guter Erinnerung behalten – falls man sie irgendwann erneut anwerben möchte und um sicherzugehen, dass das Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt einen guten Ruf hat.

 

Mitarbeiterzufriedenheit und Employee Experience messen und verbessern

Um die Mitarbeiterzufriedenheit zu garantieren und kontinuierlich zu verbessern, ist es wichtig, diese in regelmäßigen Abständen zu messen. Dafür gibt es verschiedene wirksame Methoden. Dazu gehören strukturierte Mitarbeiterbefragungen, die in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden sollten. Dies kann anonym stattfinden, was bei Mitarbeitern oft für eine größere Ehrlichkeit sorgt, da sie keine negativen Konsequenzen befürchten müssen.

Auch die bereits angesprochenen Feedbackgespräche sollten dazu genutzt werden, Einblicke in deren Zufriedenheit zu gewinnen und individuelle Anliegen und Probleme zu besprechen.1:1 Gespräche, Feedbackrunden im Team und eine Offene-Tür-Politik helfen dabei, eine Kommunikationskultur zu etablieren, in der Probleme offen besprochen werden können – um dann gemeinsam Lösungen zu finden.

Kennzahlen wie eNPS (Employee Net Promoter Score) liefern effizient Einblicke in den Zustand von Unternehmen: Dabei beantworten Mitarbeiter die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass sie ihr Unternehmen als Arbeitgeber weiterempfehlen würden. Als weitere Maßnahme zur Messung der Mitarbeiterzufriedenheit können Unternehmen Feedback-Plattformen einrichten, die Kommunikationwege zwischen Mitarbeitern und Führungskräften etablieren.

Auch andere Indikatoren sollten bei der Messung der Employee Experience und Mitarbeiterzufriedenheit herangezogen werden. Kennzahlen wie die Fluktuationsrate von Mitarbeitern, Krankenstand und Fehlzeiten können darauf hindeuten, wie zufrieden Mitarbeiter sind. Haben Unternehmen hohe Fehlzeiten und einen kontinuierlich hohen Krankenstand – außerhalb der winterlichen Grippesaison – dann kann dies auf Probleme im Unternehmen hindeuten. Das gilt auch für die Teilnahme an nicht verpflichtenden Veranstaltungen wie Teamevents. Zeigen Mitarbeiter daran kaum ein Interesse, kann das auf mangelndes Engagement und mangelnde Zufriedenheit hindeuten.

Daten sind allerdings erst der Anfang: Um diese effizient nutzen zu können, brauchen Unternehmen die entsprechenden Analyse-Werkzeuge, um aus der Datenmenge die wichtigsten Trends und Muster herauszufiltern. Wie hoch ist der Zufriedenheitsgrad? Welche Beschwerden treten immer wieder auf? Welche Teams sind besonders davon betroffen? Gibt es einen Zusammenhang mit anderen Ereignissen im Unternehmen, beispielsweise einer hohen Arbeitslast? Diese Datenauswertung erlaubt es nicht nur den Jetzt-Stand festzulegen, sondern auch für die Zukunft zu planen und gezielt Veränderungen anzugehen. Auch lassen sich so Warnsignale herausfiltern, die Unternehmen in der Zukunft beachten sollten, um rechtzeitig einzuschreiten, bevor die Mitarbeiterzufriedenheit sinkt.

Am Ende ihrer Analyse sollten Unternehmen transparent sein. Es kann für Mitarbeiter sehr frustrierend sein, wenn sie beispielsweise am Ende eines Quartals oder Jahres einen Fragebogen zur Zufriedenheit ausfüllen – und dann nie wieder davon hören. Transparenz hingegen schafft Vertrauen. Probleme zu diskutieren, ist kein Zeichen der Schwäche, sondern zeigt, dass Unternehmen und Manager die Probleme ihrer Mitarbeiter ernst nehmen. Mitarbeiter selbst können bei der Lösung der Probleme helfen. Authentizität ist der Schlüssel für den Erfolg.

Herausforderungen und Risiken für Unternehmen

Werfen wir zum Schluss einen Blick auf Herausforderungen und Risiken. Gute Employee Experience benötigt entsprechende finanzielle Ressourcen und Investitionen in Technologie, Schulungen und Programme. Das ist manchmal intern schwer zu rechtfertigen, da sich die Effekte erst langfristig bemerkbar machen. Erfolge in der Employee Experience lassen sich außerdem nur schwer messen, was es schwer macht, sie zu quantifizieren.

Wie gezeigt, nimmt eine gute Employee Experience Rücksicht auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter. Das macht eine personalisierte Strategie so kompliziert, da eine Balance zwischen den Wünschen und Bedürfnissen verschiedener Mitarbeiter – die sich oft widersprechen – und den Ansprüchen des Unternehmens gefunden werden muss.

Eine neue Employee Experience bedeutet einen kulturellen Wandel im Unternehmen, was Veränderungen in der Unternehmensführung und in der Denkweise auf allen Ebenen notwendig macht. Alte Strukturen und die bestehende Unternehmenskultur zu verändern, ist immer schwierig und oft gibt es mentale Barrieren, die schwer zu überwinden sind. Darüber hinaus wandelt sich die Unternehmenswelt rasant und Unternehmen müssen sich kontinuierlich daran anpassen. Wandel in Unternehmen ist daher ein nicht-endender Prozess. Das betrifft auch die Employee Experience. 

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