Textwerkzeuge, die auf künstlicher Intelligenz basieren, lassen sich im Recruiting beispielsweise gut für das Erstellen von Stellenanzeigen oder das Verbessern eines ersten Entwurfs für eine Stellenanzeige nutzen. Hier geht es zum einen um sprachliche Verbesserungen. Zum anderen lassen sich mit Hilfe von KI die Stellenanzeigen einfach auf verschiedene Anbieter und Plattformen zuschneiden. Wer bereits einmal auf Stellenportalen gesucht hat, weiß, dass Stellenanzeigen dort oft eine unterschiedliche Struktur und einen unterschiedlichen Aufbau haben. Auch müssen Stellenanzeigen für soziale Netzwerke anders aussehen, als für Webseiten oder gar Branchenzeitungen. Dies individuell auf verschiedene Portale und Veröffentlichungswege zuzuschneiden, kostet Zeit. Mit KI lässt sich das in wenigen Schritten erledigen. Dies funktioniert besonders gut, wenn man einen KI Bot vorab entsprechend trainiert. Wer als Recruiter oder Personaler regelmäßig Stellenausschreibungen veröffentlicht, kann beispielsweise einen Bot für jeden Veröffentlichungsweg anlegen und diesen so trainieren, dass er das Format und die entsprechenden Anforderungen kennt. Das kostet erst einmal Zeit, beschleunigt aber langfristig den Prozess.
Ein weiteres Einsatzgebiet ist die SEO Optimierung. Wer die richtigen Keywords verwendet, also Schlagwörter, nach denen Nutzer auf Google suchen, der hat größere Chancen, dass die Stellenanzeige tatsächlich von Interessenten gefunden wird. KI kann hier dabei helfen, wichtige Schlagworte zu identifizieren und an den richtigen Stellen in den Text einzufügen.
Ist der Bewerbungsprozess einmal im vollen Gang, dann kann KI bei der Kommunikation mit Bewerbern unterstützen, beispielsweise bei der Erstellung optimierter E-Mails, um die Kandidatenerfahrung zu verbessern. Nehmen wir eine fiktive Stellenanzeige für einen PR-Assistenten: Ein Kandidat hat zwar einen guten Eindruck hinterlassen, ist aber für die Stelle unterqualifiziert. Man möchte den Kandidaten aber in eine Datenbank aufnehmen, um gegebenenfalls zu einem anderen Zeitpunkt und für eine besser geeignete Stelle wieder auf ihn zurückzugreifen. Wir haben Chat GPT gebeten, eine freundliche Absage zu formulieren:
Betreff: Ihre Bewerbung als PR Assistent – Entscheidung
Sehr geehrter Herr/Frau [Nachname],
vielen Dank für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse an der Position des PR Assistenten bei [Unternehmensname]. Wir haben Ihre Unterlagen und die Gespräche im Bewerbungsverfahren sehr geschätzt und waren von Ihrem Profil und Ihren Qualifikationen beeindruckt.
Nach eingehender Prüfung haben wir uns jedoch für einen anderen Kandidaten entschieden, der noch besser zu den spezifischen Anforderungen der Position passt. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, da wir Ihren Einsatz und Ihre fachlichen Fähigkeiten sehr zu schätzen wissen.
Gerne möchten wir Ihre Bewerbung jedoch in unserer Datenbank behalten, um Sie bei passenden zukünftigen Stellenausschreibungen zu kontaktieren. Falls sich eine geeignete Möglichkeit ergibt, würden wir uns freuen, wieder auf Sie zuzukommen.
Wir bedanken uns noch einmal herzlich für Ihr Interesse an [Unternehmensname] und wünschen Ihnen für Ihre berufliche Zukunft weiterhin viel Erfolg.
Mit besten Grüßen,
Dies zu formulieren hat mit Chat GPT keine fünf Minuten gedauert. Das Nutzen von KI-Textwerkzeugen kann also den Zeitaufwand für die Kommunikation mit Kandidaten deutlich verringern. Die Texteingabe war hier sehr generisch. Mit den richtigen Prompts lassen sich Zu- oder Absagen sehr viel individueller auf den jeweiligen Kandidaten zuschneiden.