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Karneval & Co: Regionale Feiertage und der Arbeitsalltag in Deutschland

Die verrückteste Zeit des Jahres steht vor der Tür! In Köln, Düsseldorf und anderen Karnevalshochburgen ziehen die Jecken und Narren durch die Stadt. Für Karnevalsfans ist dies eine Zeit, in der der Job und der Weg ins Büro zweitrangig sind. In anderen Teilen Deutschlands schüttelt man nur lächelnd – und leicht unverständlich – den Kopf. Traditionen, Feiertage und Schulferien sind in Deutschland regional sehr unterschiedlich. Das ist oft in alten Traditionen und historischen Entwicklungen verankert und kann sehr verwirrend sein, wenn man plötzlich einen Kollegen oder einen Zulieferer in einem anderen Bundesland nicht erreicht. Es ist ein Feiertag, dem man sich gar nicht bewusst war. Wir nehmen den Karneval zum Anlass und schauen auf die verschiedenen Feste, Traditionen und Ferientage in Deutschland und warum dies in Deutschland so unterschiedlich ist.

Karneval und andere Festivitäten

Einige Feierlichkeiten und Festivitäten – wie beispielsweise der Karneval – sind zwar keine gesetzlich vorgeschriebenen Feiertage, haben aber für Menschen in bestimmten Regionen eine herausragende Bedeutung. So schließen im Rheinland viele Unternehmen am Rosenmontag und Faschingsdienstag ihre Türen, so dass Mitarbeiter den alljährlichen Spaß voll genießen können. Andere verwandeln den Büroalltag stattdessen in eine unternehmenseigene Party mit verrückten Erlebnissen und lustigen Bürotypen.

Warum aber schließen Unternehmen an Karneval überhaupt die Türen? Zum einen, weil die Feiern eine historisch gewachsene Tradition und damit fest im Bewusstsein und Festtagskalender verankert sind. Zudem wollen insbesondere Karnevalsfans in dieser Zeit Urlaub nehmen, um die Feiern voll und ganz zu genießen. Anderen ist das ganze Getümmel verhasst. Dennoch aber wollen sie sich ein paar Tage frei nehmen, um dem Karnevalschaos zu entkommen. Wer also als Unternehmen Mitarbeiter hat, die zur Karnevalszeit Urlaub nehmen möchten, der steht vor einem Planungsproblem: Wer bekommt Urlaub und wer muss im Büro verfügbar sein? Wie vermeidet man Ungerechtigkeit, wenn ein Karnevalsenthusiast bereits Monate im Voraus den Urlaub einreicht und andere sich dadurch in eine Ecke gedrängt fühlen – insbesondere, weil sie vielleicht nicht karnevalsverrückt sind, aber dennoch gerne frei machen wollen? Ein weiteres Problem für Unternehmen in Karnevalshochburgen: Der Alltag insbesondere in den Innenstädten kommt nahezu zum Erliegen, Straßen sind für Karnevalsumzüge gesperrt oder durch Anreisende verstopft. Das kann es für Mitarbeiter schwer machen, überhaupt ins Büro zu kommen. Daher sollten Unternehmen – falls sie das Büro nicht ohnehin schließen – bei den Arbeitszeiten flexibel sein und das Verkehrschaos mit einkalkulieren. Es kann zum Beispiel Sinn machen, dass Mitarbeiter an den Tagen aus dem Homeoffice arbeiten, statt ins Büro zu pendeln.

Karneval ist nur ein Beispiel für stadt- oder regionalspezifische Feierlichkeiten und Feste, die den Alltag und vor allem den Verkehr zum Erliegen bringen können.  Regions- oder gar stadtspezifische Festivitäten oder Feiern, die den Alltag zum Erliegen bringen, gibt es auch in anderen Regionen – und das das ganze Jahr über. Ein paar Beispiele sind

  • die Kieler Woche, eines der größten, jährlichen Segelsportereignisse der Welt, zu der jedes Jahr rund 3,5 Millionen Besucher anreisen. Das hat natürlich Einfluss auf den Verkehr in der Stadt.
Kieler Woche, eines der größten, jährlichen Segelsportereignisse der Welt, zu der jedes Jahr rund 3,5 Millionen Besucher anreisen
  • das Oktoberfest in München, zum dem jährlich rund 7 Millionen Besucher aus aller Welt in die bayerische Hauptstadt strömen.
•	das Oktoberfest in München, zum dem jährlich rund 7 Millionen Besucher aus aller Welt in die bayerische Hauptstadt strömen
  • die internationalen Filmfestspiele, kurz Berlinale, in der deutschen Hauptstadt, eines der weltweit bedeutendsten Filmfestspiele und ein echter Besuchermagnet.
  • das Augsburger Friedensfest, das im Stadtgebiet von Augsburg als offizieller, gesetzlicher Feiertag gilt.    

Auch viele kleinere Städte und Gemeinden haben ihre eigenen Traditionen und Feste. Das sollten Unternehmen immer im Blick haben, um einen Kampf um freie Tage oder auch Unmut aufgrund einer schlechten Pendelsituation zu vermeiden.

Religiöse Feiertage: Historisch gewachsene Unterschiede

Zwar ist Deutschland ein säkularer Staat, dennoch beeinflussen die unterschiedlichen Religionen und ihre Verankerung in den unterschiedlichen Ländern bis heute die Struktur von öffentlichen Feiertagen. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt über bundesweite und landesweite Feiertage.

Die verschiedenen Feiertage sind historisch gewachsen und regionale Unterschiede lassen sich anhand der Reformation und des sich anschließenden 30-jährigen Kriegs erklären. Mit dem Ausbreiten der Reformation wuchsen die Spannungen im Heiligen Römischen Reich unter anderem, weil die religiöse Spaltung die Oberhoheit des deutschen Kaisers gefährdete. Während einige Staatsoberhäupter wie der Herzog von Sachsen die Reformation im eigenen Land gezielt förderte, hielten andere Länder wie Bayern an der katholischen Religion fest. Die sich daraus entwickelnden Konflikte endeten schließlich in einem Krieg, der für 30 Jahre das Reich erschütterte und ganze Landstriche entvölkerte. Dabei involviert waren auch andere Staaten wie Frankreich auf katholischer Seite oder Schweden, welches die reformierten Staaten unterstützte. In der am Ende des Krieges gefundenen Friedensregelung des Westfälischen Vertrags legte man fest, dass die einzelnen Staaten selbst ihre Staatsreligion festlegen könnten. Das beeinflusst noch heute die unterschiedlichen Feiertage, denn protestantisch geprägte Bundesländer wie Niedersachen haben andere offizielle Feiertage als katholisch geprägte Gebiete wie Bayern oder Baden-Württemberg.

Mehr als christlich-geprägte Feiertage: Anderen Gruppen in Deutschland gerecht werden

Zwar haben viele offizielle Feiertage einen christlichen Hintergrund, doch sollte man die Feste anderer Bevölkerungsgruppen und Traditionen nicht außer Acht lassen. Man denke zum Beispiel an das persische Neujahr Nouruz, Jom Kippur oder das Zuckerfest, an denen sich Mitarbeiter womöglich ein paar Tage frei nehmen möchten. Hier sollte man eine entsprechende Urlaubsregelung finden, die den Mitarbeitern und ihren individuellen, kulturellen Ansprüchen gerecht wird. Bundesweit gab es immer wieder Forderungen, beispielsweise von den Grünen oder dem Zentralrat der Muslime, offizielle muslimische Feiertage zu etablieren. Dies ist bislang aber stets gescheitert. Einige Bundesländer haben eigene Regeln erlassen: In Bayern, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen können sich beispielsweise Schüler und Arbeitnehmer an jüdischen Feiertagen frei nehmen, ohne dass sie Gehaltsabstriche hinnehmen müssen. In Bremen können Arbeitnehmer sich für den Besuch von Gottesdiensten an jüdischen, islamischen und alevitischen Feiertagen frei nehmen. In Hamburg gibt es eine ähnliche Regelung. Sachsen-Anhalt erlaubt es, sich an religiösen Feiertagen unbezahlt von der Arbeit freistellen zu lassen – unabhängig des religiösen Hintergrunds.

Grundsätzlich ist es also vor allem einzelnen Unternehmen überlassen, wie sie wichtige Feiertage handhaben, die nicht im offiziellen Feiertagskalender stehen. Eine Lösung können hier flexible Feiertage sein, also eine bestimmte Anzahl von freien Tagen, die Mitarbeiter für besondere persönliche Events oder Feiern nutzen können. Das können neben religiösen Festen auch Geburtstage oder Hochzeiten sein.

Bundeseinheitliche Feiertage: An diesen Tagen haben alle frei!

Warum aber herrscht in Deutschland solch ein Chaos bei den Feiertagen und Ferien? Grundsätzlich ist die Festlegung von Feiertagen keine Bundesaufgabe, sondern obliegt den einzelnen Ländern. Daher gibt es große Unterschiede, wieviele freie Tage Mitarbeiter haben – und wann. Bundeseinheitlich geregelt sind lediglich die großen Feiertage: Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, der 1. Mai als Tag der Arbeit, der Tag der deutschen Einheit und der erste und zweite Weihnachtstag, insgesamt also neun Feiertage.

  • Daneben gibt es die folgenden Feiertage in Deutschland:
  • Heilige Drei Könige – Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt
  • Internationaler Frauentag – Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
  • Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus – Berlin (nur 2025)
  • Fronleichnam – Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und teilweise in Sachsen und Thüringen (katholische Gebiete)
  • Mariä Himmelfahrt – Saarland und teilweise in Bayern
  • Weltkindertag – Thüringen
  • Reformationstag – Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen,
  • Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen
  • Allerheiligen – Baden-Würrtemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland
  • Buß- und Bettag – Sachsen 

Schulferien: Regionale Unterschiede als Vorteil für Remote-Teams?

Ferien in Deutschland in den unterschiedlichen Bundesländern. Durch einen unterschiedlichen Ferienbeginn vermeidet man zusätzlichen Verkehr auf den Straßen und Autobahnen

Die Schulferien in Deutschland beginnen und enden in den unterschiedlichen Bundesländern ebenfalls zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Das hat einen eher praktischen Grund und hängt unter anderem mit der deutschen Liebe für das Reisen und das Auto zusammen: Durch einen unterschiedlichen Ferienbeginn vermeidet man zusätzlichen Verkehr auf den Straßen und Autobahnen. Auch macht es die Buchung von Ferienunterkünften einfacher, wenn nicht alle zur gleichen Zeit in den Urlaub fahren. Die Ferientermine sind in den Bundesländern entweder dauerhaft geregelt oder werden Jahr für Jahr neu in Absprache mit den anderen Bundesländern festgelegt. Die deutsche Kultusministerkonferenz ist für die Koordination der Ferientermine zuständig. In einigen Regionen gibt es Sonderregelungen, beispielsweise auf den Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Helgoland und den ostfriesischen Inseln. Dies sind beliebte Reiseziele und viele Eltern kommen nicht darum herum, in den Ferienzeiten im Tourismusgewerbe zu arbeiten. Auf Borkum beispielsweise sind die Sommerferien auf vier Wochen verkürzt, dafür sind die Herbstferien länger. Ähnliche Regelungen für die Ferienzeiten gibt es auch in Österreich und in der Schweiz.

Für Unternehmen, die in Remote Teams arbeiten oder Niederlassungen an unterschiedlichen Standorten haben, kann dies ein großer Vorteil sein: Gerade Familien mit Kindern sind auf Urlaub in den Schulferien angewiesen und oft gibt es ein großes Gezerre, wer wann Urlaub machen darf. Schließlich müssen auch in den Ferienzeiten Aufträge erfüllt werden und Mitarbeiter müssen als Ansprechpartner für die Kunden zur Verfügung stehen. Unterschiedliche Ferientermine können dies entzerren, wenn sich die Teams an verschiedenen Standorten rechtzeitig miteinander absprechen. 

Tipps für Unternehmen: Rechtzeitig vorbereiten und regionale Unterschiede geschickt nutzen

Manager sollten den Feiertagskalender nie aus dem Auge verlieren und besondere Ereignisse bereits im Voraus planen. Wir haben abschließend einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen das Feiertags- und Ferienchaos in Deutschland besser zu bewältigen:

  • Kommunikation und rechtzeitige Planung: Ignorieren Sie Feiertage und Ferien nicht bis auf den letzten Drücker. Sie sollten stattdessen die einzelnen Feste und Feiertage bei der Planung von Projekten fest im Blick haben, da Sie gegebenenfalls mit einem kleineren Team arbeiten. Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter am besten bereits zu Jahresbeginn, die Urlaubswünsche einzureichen – insbesondere für die Sommerferien und andere beliebte Urlaubszeiten wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Sollten sich die Urlaubszeiten überschneiden, dann sollten Sie rechtzeitig das Gespräch mit Mitarbeitern suchen, um einen Kompromiss zu finden. Bedenken Sie dabei, dass auch Mitarbeiter ohne Familie gute Gründe haben können, warum sie ausgerechnet in den Sommerferien Urlaub machen möchten, beispielsweise weil sie Familienmitglieder mit Kindern besuchen.
  • Remote Teams: Nutzen Sie die Vorteile regionaler Unterschiede, um die Urlaubszeiten zu entzerren und die Abwesenheit zum gleichen Zeitpunkt so gering wie möglich zu halten. Sprechen Sie dies intern mit den Remote Teams ab, um Überschneidungen bei den Urlaubswünschen zu vermeiden. Beginnt beispielsweise die Sommerferienzeit eines Mitarbeiters zwei Wochen vor den Kollegen, dann sollten Sie darum bitten, dass der Mitarbeiter diese zwei Wochen für den Sommerurlaub nutzt und wieder voll einsatzbereit ist, wenn andere Kollegen in den Urlaub gehen möchten.
  • Bedenken Sie regionale Festivitäten und die Feste anderer Religionen und Kulturen bei der Urlaubsplanung. Hier sollten Sie es Mitarbeitern  ermöglichen freizumachen, um die ihnen wichtigen Feste zu feiern – falls die Auftragslage dies erlaubt. 
  • Richten Sie einen für alle zugänglichen Urlaubskalender ein und sorgen Sie dafür, dass dieser immer auf dem neuesten Stand ist. Das hilft zum einen bei der Projektplanung und erlaubt es zum anderen den Mitarbeitern, den eigenen Urlaub so zu planen, dass er sich nicht mit einem Kollegen überschneidet – insbesondere, wenn mindestens einer von ihnen im Büro sein muss, um den Betrieb am Laufen zu halten.

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