Studium – und dann?

Blaue Zettel mit Pfeilen, dazwischen ein gelber Zettel mit dem Schriftzug Yes

Der Abschluss in der Tasche, doch was kommt danach? Diese Frage stellen sich Studierende spätestens am letzten Tag an der Uni. Besser ist es allerdings, wenn sie sich bereits früher mit dieser Frage befassen, denn viele Abschlüsse erlauben es, unterschiedliche Berufswege einzuschlagen. Nehmen wir beispielsweise Mathematiker*innen: Sie könnten nach dem Abschluss in die Wissenschaft gehen, den Berufsweg eines Lehrers einschlagen oder als Wirtschafts- oder Versicherungsmathematiker*innen in der freien Wirtschaft arbeiten. Wer einen Abschluss in Psychologie hat, kann als Coach, Trainer oder als Therapeut arbeiten – ja nach Spezialisierung. Das gilt auch für Geisteswissenschaftler, die oft sehr flexible Berufsaussichten haben. „Es gibt keine klare Antwort darauf, wann man sich während des Studiums für die zukünftige Karriere entscheiden sollte, da es von vielen individuellen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel persönlichen Interessen, Fähigkeiten, Erfahrungen, Werten und Zielen“, sagt Denise De Rosa, Werksstudentin bei head for work.

„Einige Studierende haben bereits frühzeitig eine klare Vorstellung davon, welche berufliche Richtung sie einschlagen möchten, während andere erst im Verlauf ihres Studiums herausfinden, welcher Bereich sie am meisten begeistert.“

Grundsätzlich hat Denise de Rosa einige Tipps für andere Student*innen – basierend auf der eigenen Erfahrung während des Studiums. „Informiere dich über verschiedene Berufsfelder, die mit deinem Studienfach in Zusammenhang stehen, indem du zum Beispiel Praktika, Werkstudentenjobs, Karriereberatung, Mentoren und Netzwerke nutzt, um dir wertvolle Informationen und Ratschläge zu holen. Zum Beispiel gibt es in vielen Unis Karriereberatungen, die Unterstützung bei der Berufsplanung bieten und Zugang zu Stellenangeboten und Karriereveranstaltungen haben.“ Es sei nie zu früh, sich auf die zukünftige Karriere vorzubereiten.

Netzwerke bilden: Praktikum – ja oder nein?

Grundsätzlich ist es im Berufsleben wichtig, rechtzeitig Netzwerke zu bilden, die einen bei der weiteren Karriere helfen können. Oft erfährt man so beispielsweise über offene Stellen, bevor diese offizielle ausgeschrieben sind. Wer bereits Leute in einem Unternehmen kennt, hat zudem Zugang zu direkten Informationen über die Unternehmenskultur oder die Erwartungen an Kandidat*innen. Stellt sich die Frage, wie man diese Netzwerke am besten aufbaut. Die Mitstudent*innen sind hier ein wichtiger Faktor, denn oft genug wechselt man nach dem Studium in ähnliche Berufsfelder oder Branchen. Bleibt man mit den Kommiliton*innen in Kontakt, dann kann man sich gegenseitig in einem gemeinsamen Netzwerk unterstützen.

Auch Praktika während des Studiums können dabei helfen, Netzwerke aufzubauen. Hier ist aber ein wenig Vorsicht angebracht, denn noch immer gibt es schwarze Schafe im Arbeitsmarkt, die Praktikant*innen als billige Arbeitskraft ausbeuten, nur um sie am Ende des Praktikums wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen. Dann hat man sich als Praktikant*in im günstigsten Falle etwas Fachwissen angeeignet und kann sich das Praktikum in den Lebenslauf schreiben, bei der Bildung von Netzwerken hilft es aber nicht.

Denise de Rosa empfiehlt es Student*innen dennoch, ein Praktikum zu machen, sollten sie die Möglichkeit dazu erhalten. „Meiner Meinung nach weiß man nur durch Praxiserfahrungen, ob der Job einem gefällt oder nicht“, sagt sie. Nur durch ein Praktikum könne man ein realistisches Bild von den verschiedenen Berufen bekommen und seine Interessen und Stärken ausloten. Und: „Praktika machen sich immer gut im Lebenslauf.“

Job während des Studiums? Als Werksstudent*in bei head for work

Eine andere Option, um Berufserfahrung zu sammeln, sind Nebenjobs oder die Arbeit als Werksstudent*in in einem Unternehmen. Das bieten inzwischen viele Betriebe an, unter anderem, weil sie dadurch einen Pool an zukünftigen Bewerber*innen und potentiellen Mitarbeiter*innen aufbauen, deren Fähigkeiten sie bereits kennen, und bei denen bereits klar ist, ob sie zum Unternehmen passen. „Job und Uni sind super miteinander vereinbar“, sagt Denise de Rosa, denn head for work bietet beispielsweise flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit aus dem Homeoffice zu arbeiten und während der Prüfungsphasen etwas kürzer zu treten. Das sollten Student*innen vorab mit den Unternehmen aushandeln, bevor sie ein Verhältnis als Werksstudent*in eingehen.

Für Denise de Rosa sind darüber hinaus die Karrieremöglichkeiten entscheidend: „Man hat die Chance, nach dem Studium übernommen zu werden und man kann auch gerne in andere Bereiche schauen“, sagt sie. So startete Denise de Rosa zunächst im Bereich Recruiting bevor sie im Marketing landete. Sie fühlt sich im Team zuhause. „Es ist immer sehr lustig bei uns. Neben viel Spaß darf die Arbeit aber auch nicht zu kurz kommen, also Motivation und Durchhaltevermögen vor allem im Sales-Bereich sind notwendig, um langfristig Erfolge verbuchen zu können.“

Bewerbungsschreiben und Lebenslauf – aber wie?

Wer sich am Ende des Studiums für einen Berufsweg entschlossen hat, der steht vor der nächsten Herausforderung: dem Bewerbungsschreiben. „Das Anschreiben sollte präzise und überzeugend sei,  man sollte sich von der Masse abheben und mit seinen Erfolgen und Fähigkeiten punkten“, sagt Denise de Rosa. Hier kann es sehr hilfreich sein, wenn man auf Erfahrungen aus dem Studium zurückgreifen kann – Praktika, Ferienjobs oder die Arbeit als Werksstudent*in. Entsprechende Zertifikate und Zeugnisse sollte man an die Bewerbung mit anhängen. Dass Grammatik, Rechtschreibung, Layout und Struktur beim Anschreiben und dem tabellarischen Lebenslauf stimmen sollten, versteht sich von selbst. Auch sollten Bewerber*innen keine 0-8-15 Bewerbung schreiben, sondern diese immer an die Stelle und das Unternehmen anpassen. Dazu gehören beispielsweise der Name des Ansprechpartners und die genaue Stellenbezeichnung. Darüber hinaus sollte man im Anschreiben die Fähigkeiten, Erkenntnisse und Erfahrungen erwähnen, die dem Stellenprofil entsprechen. Das lässt sich meist der Stellenausschreibung entnehmen. Ein Blick auf die Webseite des Unternehmens und – falls vorhanden – das Profil bei LinkedIn oder Xing können ebenfalls hilfreich sein, um die Ansprüche und Bedürfnisse des Unternehmens besser zu verstehen.

Ein Suchfeld und ein Zeigefinger, der auf Search zeigt

Der erste Tag im neuen Job: Richtig vorbereitet sein

Der Wechsel von der Uni oder aus der Ausbildung heraus in das normale Berufsleben kann mental eine große Herausforderung sein. Oft befindet man sich in einer komplett neuen Umgebung, mit neuen Kollegen, neuen Aufgaben und einem neuen Lebensrhythmus. Sich darauf vorzubereiten, ist nicht einfach. „Ich glaube es gibt keine Wunderformel wie man sich am besten vorbereitet. Werkstudentenjobs etc. helfen einem auf jeden Fall dabei in das Berufsleben hineinzuschnuppern“, sagt die head for work Werksstudentin. Erste Berufserfahrung während der Ausbildung zu sammeln, macht es möglich, den normalen Arbeitsrhythmus kennenzulernen, sich selbst auszutesten und eine gewisse Resilienz gegen den Stress des Arbeitsalltags aufzubauen. Darüber hinaus sollten Berufseinsteiger aber nicht davor zurückscheuen, sich bei Freund*innen, Familie oder älteren Kolleg*innen Unterstützung zu holen.

Tipps für die ersten Tage im neuen Job haben wir hier zusammengetragen.

Zusammenfassend ist es wichtig, sich rechtzeitig Ziele für die berufliche Laufbahn zu setzen und gezielt darauf hinzuarbeiten. Für Denise de Rosa ist darüber hinaus Selbstreflektion wichtig: „Reflektiere regelmäßig über deine Stärken und Schwächen sowie deine beruflichen Erfahrungen. Analysiere, was du gut gemacht hast und was du noch verbessern kannst, um dich weiterzuentwickeln“, ist ihr Tipp. Auch wenn es am Anfang vielleicht schwerfällt, man sollte flexibel und offen für neue Herausforderungen sein. Und ohne Durchhaltevermögen geht es gar nicht. Das hat die Werksstudentin bereits häufig genug erlebt. „Das Berufsleben kann manchmal hart sein und erfordert Ausdauer und Durchhaltevermögen. Sei bereit, Rückschläge zu akzeptieren und daraus zu lernen, um dich weiterzuentwickeln“, erzählt sie. Um so wichtiger ist die Selbstfürsorge. Ihr Top-Tipp an alle Berufseinsteigerist daher: „Sorge für dein eigenes Wohlbefinden, um unter dem Druck nicht zusammenzubrechen.“

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